Rila - Kloster


 

Das Rila-Kloster liegt im Rila-Gebirgen selbst, 1,147 m über dem Meeresspiegel. Es ist 117km südlich von Sofia gelegt und ist ohne Zweifel der populärste  Touristenort unter allen Klöstern in Bulgarien, gleich für seine Größe, natürliche Umgebungen, Architektur, Wandmalerei und antike Geschichte. Das Kloster ist von den kleinen Gebirgenflüssen Rilska und Druschljavitsa begrenzt und ist in einer Entfernung von nur 4 Stunden zu Fuß von der Maljovitsa-Spitze, 2,729 m über dem Meeresspiegel hoch. Die höchste Spitze vom Rila-Gebirgen, Mousala (2925 m), die auch der höchste Punkt der Balkan-Halbinsel ist, ist weiter etwa 8 Stunden zu Fuß entfernt. Das Kloster bietet eine wunderschöne Aussicht von den umgebenden Spitzen des Gebirgen und vertretet ein gut entwickelter Touristenort mit allen angemessenen Diensten wie Souvenierkaufhäuser, Restauranten und Gasthäuser.

Man glaubt, dass das Kloster von einem Einsiedler, Johann von Rila, in der 10. Jh. unter der Regierung des bulgarischen Zar Peters (927-968) gegründet ist. St. Johann von Rila, wessen Reliquien in der Hauptkirche für Pilger ausgestellt sind, lebte eigentlich in einer Höhle von etwa halbstündiger Entfernung zu Fuß vom heutigen Klosterkomplex. Das Kloster selbst ist gemeint, von seinen Schülern, die zu diesem Ort bei Johann zu lernen kamen, errichtet worden zu sein.
Das Kloster genießt große Anerkennung und Vorrechte von seinem Gründung zum heutigen Tag. Als Beispiel, alle bulgarische Zaren von Ivan Assen II (1218-1241) bis zum Untergang Bulgariens unter ottomanische Gewalt zur Zeit von Ivan Schischman (1371-1393), brachten dem Kloster großzügige Gaben. Die Gabeschrift vom Zaren Ivan Schischman (1378) bezeugt davo und auch von den Vorrechten, von welchen das Kloster Gebrauch machte. Die offizielle Unterstützung helfte dem Kloster in seinem deutlichen Abzeichnung als kulturelles und religiöses Zentrum zu dieser Zeit. Seinen echten Aufstieg sah das Kloster zwischen den 12.-14. Jahrhunderten und der Fortschritt wurde nur vom Einbruch der Ottomanen am Ende der 14.Jh., von türkischen Überfällen und Zerstörung gefolgt, abgebrochen.

Der Anfang der 15. Jh. sah die Wiedergeburt der Kirche. Dies wurde mit der Hilfe der Russischen Orthodoxkirche, die Spendungen den besuchenden Mönchen in der Gestalt von Büchern, Geld und Kirchegeräten in der zweiten Hälfte der 15. Jh. ausgab, erzielt. Die nationale Wiedergeburtsperiode der 18. und 19. Jh. gab einen weiteren Anstoß für den Wiederaufbau des Klosters. Zu dieser Zeit wurde der Komplex umgebaut und renoviert mit den Spendungen von reichen Bulgaren von dem ganzen Land (Koprivschtitza, Teteven, Tschirpan, Zagora, Samokov, Sofia).
Die heutige Aussicht des Klosters datiert seit der 19. Jahrhundert. Die Wohnunggebäuden, die ein unregelmäßiges Rechteck formieren, sind seit 1816. In der Mitte des inneren Hofplatzes steht die älteste Gebäude des Komplexes - ein beeindruckendes Steinturm, vom örtlichen Feodalherrn Sebastokrator Hrelju in 1334-1335 gebaut. Eine kleine Kirche, die nur einige Jahren jünger ist (1343), steht neben dem Turm. In jüngsten Zeiten, ein Glockenturm wurde dazu gebaut (1844). Gegen diese Zeit, die Klosters Hauptkirche, “die Geburt der Jungfrau”, wurde auch errichtet. Sie wurde vom Grossmeister Pavel Ivanovitsch (1. Mai 1834 –  26. Oktober 1837), bezeugt von der Marmorplatte, die im Sims der offenen Gallerie über dem Kircheneingang gestellt ist, gemacht. Die Kirche hat 5 Kuppeln, mit drei Altarnischen und zwei Seitenkapellen. Eine der größten Schätzen der Kirche ist die holzerne Ikonostase mit hellblauer Holzschniterei. Die Wandmalereien, beendet in 1846, wurden von mehreren Malern gemacht, doch nur der berühmte Zahari Zograf ist bekannter (seine Arbeit kann man heute in vielen Klöstern sehen), er unterschriftete seine Zeichnungen. Überdies erhält das Kloster mehrere wertvolle Ikonen, zwischen den 14.-19. Jahrhunderten gemalt.
Die Aussicht der heutigen Klostergebäuden wurde vom ersten bulgarischen Architektoniker Aleksi Rilets gegeben. Er arbeitete den Architekturplan aus und überwachte den Bau der Ostflügel (am 1. May 1816 angefangt), der Nordflügel mit ihrer berühmten Klosterküche und der Westflügel (beendet in 1819). Dies bezeugen die 3 Platten über den Türen der Mühle und an den Samokov- und Dupnitza-Eingängen. Außer seinem Namen, die Platten enthaltan auch die Namen von Abt Josef und Pater Theodosius. Nach einem verwüstenden Brand in 1833, Aleksi Rilets durchfuhr die Rekonstruktion der ruinierten Holzteil des Klosters mit der Hilfe von 3,000 Meisterbauern, und sie schufen den Bau innerhalb nur zehn Tagen zu beenden. Ein holzernes Kiosk mit Beschriftung, vom Meister Kastyo von Debur in April 1834 gebaut, verzeichnet das Ende der Wiederherstellungswerke. Der Bau der Südflügel des Klosters (1846-1847) im Stil des Architektonikers Aleksi Rilets, wurde vom Meister Milenko geführt, wie man von der Steinschrift über dem Sims der Westwand der Flügel lernen kann: “1846 Milenko Oustabashi, Radomir”.
Der ganze Komplex ist mit seiner Größe sehr beeindruckend. Der vierstöckige  Wohnungteil besteht aus mehr als 300 Monchzimmern, 4 Kapellen, ein Abtzimmer, Küche, Bibliothek und Gastzimmern für Spender. Die Küche ist besonders interessant mit ihrem wirklich enormen Geschirr. Die äußere Seite des Klosters ist ebenso spannend mit ihren hohen und steilen Steinmauern (vier Stöcke hoch und an manchen Plätzen sogar höher) von kleinen Fenstern durchschnitten – das bringt mehr Erinnerungen an einer Militärfestung sondern Kloster.
Wenn innerhalb des Komplexes, es ist wert das Klostermuseum zu besuchen, es hat ein einzigartiges Kunststück, nämlich Das Kreuz von Raphael. Das Kreuz ist von einem ganzen Holzstück (81cm x 43cm) gemacht und ist nach seinem Schöpfer genannt. Der Monch brauchte feine Meißel, kleine Messer und Vergrößerungsgläser um 104 religiöse Szenen und 650 kleine Gestalten auf dem Kreuz zu schneiden. Das Kreuz wurde 1802 beendet, nachdem der Monch nicht weniger als 12 Jahren arbeitete und seine Sicht gegen das Ende verlor.
Ähnlich wie andere bulgarischen Klöster, die die Ottomanperiode überlebten, das Rila-Kloster diente als ein Geist- und Kulturlebenszentrum für die bulgarische Nation unter der fremden Gewalt. In dieser Zeitperiode, die Mönchen schufen neue Werke und machten Kopien von mittelalterlichen bulgarischen Autoren, die meistens die Turnovo- und die Athos-Gebirgenschulen vortraten.
Das Kloster wurde in 1976 als ein nationales Kulturmonument proklamiert, und in 1983 es wurde in UNESCOs Welterbeliste eingeschlossen.

 




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